Vereinsgründung

- Wie alles begann -

Im Juni 1990 schlossen sich auf Initiative des damaligen Leiters der Magdeburger Kinderkrebsklinik, Prof. Dr. Uwe Mittler, betroffene Eltern und klinisches Personal zusammen und gründeten den Magdeburger Förderkreis krebskranker Kinder e.V.

 

Ihnen gilt unser heutiger Dank. Sie gaben den Anstoß für 30 Jahre Elternhilfe. aBlicken wir mit dem Gründungsgeber und einem Teil der Gründungsmitglieder einmal zurück, wie alles begann …

Prof. Dr. Uwe Mittler

Als ich schon in der Vorwendezeit ansteigende Heilungserfolge bei Kindern mit Krebs erleben konnte, beobachtete ich, wie eng mit dieser Erkrankung selbst und den körperlichen Folgen der intensiven Behandlung komplexe psychische und soziale Folgen für das betroffene Kind und seine Angehörigen verbunden waren.

Mein Fazit war, auch in diesem Bereich müssen diese Kinder und deren Familien über die medizinische Behandlung hinaus alle nur mögliche Unterstützung erhalten.

 

Nach meiner Erfahrung waren in dieser schweren Zeit die Eltern die wichtigste moralische Stütze für ihr Kind. Da die Bildung einer Selbsthilfegruppe vor 1989 jedoch nicht erlaubt war, habe ich kurz nach der Wende einige Eltern angesprochen, über die Gründung eines Fördervereins in Magdeburg nachzudenken, was durch sie dann im Juni 1990 erfolgte.

 

Neben meiner verantwortlichen beruflichen Tätigkeit stand ich dem Verein als medizinischer Berater und bei der Sammlung von Spenden zur Verfügung, meist in meiner Freizeit und an den Wochenenden. Dabei war auch jede noch so kleine Spende für den Verein wichtig. Gern erinnere ich mich an die Einladung von Josè Carreras zu einem kostenlosen Besuch seiner Spenden-Gala in Leipzig mit betroffenen Familien.

 

Für die nächsten 30 Jahre wünsche ich dem Förderkreis weiterhin viele Spender, um seine hilfreichen Projekte zu Gunsten der krebskranken Kinder und ihrer Familien sowie der Kinderkrebsstation durchführen zu können.

 

Ihr Prof. Dr. Uwe Mittler

Dr. Gerhild Bartels

1982 erkrankte meine damals zweijährige Tochter an einem Wilmstumor. Die Kinderklinik wurde für einige Jahre unser zweites Zuhause. Zu dieser Zeit gab es kein psychosoziales Team, das für die sozialen Belange der Eltern zuständig war. Auch war es nicht selbstverständlich, sein krankes Kind jeden Tag zu besuchen. Dennoch fühlten wir uns aufgehoben und medizinisch gut betreut.

 

Prof. Dr. Uwe Mittler hatte neben seiner Tätigkeit als damaliger Leiter der Kinderonkologie immer ein offenes Ohr, ebenso auch Dr. Aumann, der damalige Stationsarzt. Schwester Emmi Winter, die damals für die ambulante Betreuung der Kinder zuständig war, hörte sich „ganz nebenbei“ beim Wiegen der Kinder, die Sorgen und Nöte von uns Eltern an. Sie half so mit ihrer sanften, besonnenen Art, uns Eltern zu beruhigen und vieles zu klären. Ihnen insbesondere, aber auch dem übrigen Personal gilt mein ganz besonderer Dank!

 

1990 sprach mich Prof. Dr. Mittler an, ob ich mir vorstellen könnte, in Magdeburg einen Förderverein für krebskranke Kinder aufzubauen. Ich musste nicht überlegen, es war für mich selbstverständlich und auch verpflichtend, konnte ich doch viele relevante Erfahrungen einbringen.

 

Heute habe ich meine aktive Tätigkeit als niedergelassene Augenärztin beendet. Meine Tochter, heute 40 jährig, ist gesund und Mutter von zwei Kindern. Ich verbringe neben Besuchen im Theater, in deren Vorstand des Theatervereins ich mich ehrenamtlich engagiere, viel Zeit mit meinen Enkelkindern, die mir viel Freude bereiten.

 

Für die nächsten 30 Jahre wünsche ich dem Förderverein ebenso viele fleißige spendenwillige Menschen, wie in den vergangenen Jahren, um die kleinen krebskranken Patienten weiterhin sowohl medizinisch als auch in allen anderen Bereichen optimal betreuen zu können.

 

Ihre Gerhild Bartels

Rita Hense

Mein Sohn erkrankte im Februar 1983 an einer AML (akute myeloische Leukämie). Nach stationären Aufenthalten in Suhl und Erfurt wurde er zur Behandlung in die Kinderklinik nach Magdeburg verlegt. Er war damals neun Jahre alt.

 

Weihnachten 1989 rief Prof. Dr. Uwe Mittler an, um mich für die Gründung eines Vereins zugunsten krebskranker Kinder in Magdeburg zu gewinnen. Aufgrund der Nachfolgeerkrankung unseres Sohnes nach Abschluss der Chemotherapie waren wir sowieso noch häufig zu Kontrollen in der Ambulanz. Durch die damals „verbotenen Medien“ war ich informiert, dass Elternvereine und Selbsthilfegruppen in der ehemaligen BRD und auch in Österreich schon erfolgreich seit den 70iger Jahren arbeiteten. Daran war ich sehr interessiert, auch fehlte mir der Kontakt zu ebenfalls Betroffenen.

 

Nach der Anfrage von Prof. Mittler gelang es schnell, neben mir noch weitere Interessierte für die Gründung des Vereins zu finden. So schlossen sich betroffene Eltern sowie Personal der onkologischen Kinderstation zusammen, gründeten 1990 den Magdeburger Förderkreis krebskranker Kinder e.V. und stellten sich der neuen Aufgabe.

 

Mein Sohn ist heute 47 Jahre alt und privat wie beruflich glücklich. Wir haben zu ihm und seiner Familie einen innigen Kontakt.

 

Mit Freude sehe ich, wie sich der Verein immer mehr festigt, wunderbare Angebote für die Familie bereit stellt und das Elternhaus mit allumfassenden Hilfen für alle Betroffenen da ist. So soll es bleiben und natürlich auch weiter entwickelt werden.

Schön wäre es, wenn sich von den neu betroffenen Eltern weiterhin Interessierte finden würden, die dem Verein als Mitglied beitreten oder sogar im Vorstand mitarbeiten.

 

Ihre Rita Hense

Gudrun Oerlecke

Durch Zufall wurde bei einer Routineuntersuchung unseres damals zweijährigen Sohnes ein Tumor an der Niere festgestellt. Umgehend wurden wir an die Kinderonkologie in Magdeburg verwiesen. Das war im November 1989.

 

Ich wurde von anderen Betroffenen angesprochen, ob ich Interesse hätte, bei der Gründung eines Elternhilfevereins mitzuwirken. Das war mir ein großes Anliegen, alle Möglichkeiten der Unterstützung zu nutzen und vor allem in Erfahrung zu bringen.

 

Die gesamte Geschichte, aber auch die medizinische Entwicklung war im Umbruch. Es galt jetzt, viel Initiative zu ergreifen. Während der Gründungszeit war ich nur stundenweise berufstätig und so konnte ich aktiv mitwirken. Eine große Herausforderung, der ich mich gern stellte.

 

Nach der Genesung unseres Sohnes nahm ich eine Tätigkeit im Schichtdienst außerhalb von Magdeburg auf, sodass ich mich nur noch wenig einbringen konnte. So schied ich aus dem Vereinsvorstand aus, freue mich durch mein Mitwirken dazu beigetragen zu haben, dass seit 30 Jahren Familien mit einem krebskranken Kind in Magdeburg begleitet werden und Unterstützung finden.

 

Meiner Familie geht es heute gut, unser Sohn ist gesund.

 

Ihre Gudrun Oerlecke

Dietmar Albat

1987 erhielten wir für unseren Sohn die Diagnose Krebs. Er erkrankte im Alter von fünf Jahren an einem Weichteilsarkom. Medizinisch und menschlich wurde vom Team der Kinderonkologie alles getan.

 

Dennoch war es eine schwere Zeit für das betroffene Kind, die Eltern und das Geschwisterkind. Bei den mehrtägigen Behandlungen hatten Begleitende damals kaum die Möglichkeit über diese Zeit bei ihrem Kind zu sein.

 

Diese Situation zu verbessern, war die erste Aufgabe nach der Gründung des Vereins. Auf Initiative von Prof. Dr. Uwe Mittler taten sich betroffene Eltern zusammen. Ich war dabei, um etwas zurück zu geben und Betroffene zu unterstützen. Neben der Ausgestaltung eines Aufenthaltsraumes in der Kinderklinik, gehörten die Organisation von Veranstaltungen und finanzielle Unterstützung von Familien mit einem krebskranken Kind während und nach der Behandlung zu unseren Aufgaben, schnell kamen weitere hinzu. Höhepunkt war der Bau des Elternhauses und dessen Eröffnung 2006.

 

Unser Sohn hat seine Krebserkrankung überstanden und ist heute stolzer Papa von zwei Kindern und wir damit glückliche Großeltern. Seit einigen Jahren engagiert sich auch er aktiv an der Vereinsarbeit.

 

Dem Förderkreis wünsche ich weiterhin engagierte Mitglieder und Unterstützer und jedem Patienten Zuversicht und viel Glück.

 

Ihr Dietmar Albat

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