Magdeburger Förderkreis krebskranker Kinder e.V.
                           Magdeburger Förderkreis krebskranker Kinder e.V. 

Die Konzeption

Elternhaus Attriumgarten

Im September 2006, einen Monat vor Umzug der Abteilung für Pädiatrische Hämatologie/Onkologie auf den Campus des Universitätsklinikums, wurde das vom Magdeburger Förderkreis krebskranker Kinder e. V. aus überwiegend Spendengeldern und einigen Fördermitteln erbaute Elternhaus in unmittelbarer Nähe der kinderonkologischen Station feierlich eingeweiht.

 

 

Medizinische Situation

Die Behandlung krebskranker Kinder erfolgt heute in

spezialisierten Zentren nach bundesweit einheitlichen Therapieprotokollen. Dadurch war in den zurückliegenden 25 bis 30 Jahren eine erhebliche Verbesserung der Heilungsraten auf ca. 80 % möglich (gemittelt über alle Krebsarten im Kindesalter).

Diese Behandlungserfolge sind jedoch für die Patienten mit einer sehr langwierigen, zumeist über viele Monate dauernden und sehr belastenden Intensivtherapie (Chemotherapie, oft auch Bestrahlungen, Operationen) und zahlreichen, meist sehr unangenehmen Nebenwirkungen wie Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Haarverlust, Blutungsneigung, Infektanfälligkeit usw. verbunden. bei den im Kindesalter am häufigsten auftretenden Leukämien und Lymphomen schließen sich dieser Behandlungsphase eine ca. eineinhalbjährige ambulante Erhaltungstherapie und regelmäßige Kontrolluntersuchungen bis zum Erwachsenenalter an. Letztere sollten auch danach weiterhin lebenslänglich erfolgen.

In Sachsen-Anhalt werden krebskranke Kinder nur an den Universitätskinderkliniken Halle und Magdeburg behandelt. Dadurch besteht für viele Familien eine große Entfernung zwischen ihrem Wohnort und der behandelnden Klinik.

Psychosoziale Situation

Trotz der verbesserten Heilungschancen bedeutet dies bei aller Hoffnung auf Heilung für jede betroffene Familie eine oft unerträgliche Ungewissheit, ob ihr Kind tatsächlich erfolgreich geheilt werden kann oder ob es einen Rückfall erleidet.

Die Diagnose Krebs bei einem Kind verändert plötzlich die gesamte Lebenssituation der ganzen Familie und stürzt sie oft in eine tiefe Krise. Erschütterung, Hilflosigkeit, etwas Unfassbares fassen zu müssen, sind die ersten Reaktionen der Eltern. Sie werden von der ständigen Angst wegen der Lebensbedrohung ihres Kindes durch die Erkrankung, später die große psychische Belastung durch die vielen Krankenhausaufenthalte, die häufigen ausgeprägten Nebenwirkungen der Behandlung und die Angst vor nicht selten lebensbedrohlichen Komplikationen durch die Krankheit und die Therapie geplagt. Oft reagieren Geschwister des kranken Kindes mit schwerwiegenden Verhaltensstörungen auf die veränderte familiäre Lebenssituation.

Seit Mitte der 80er Jahre misst man daher der psychosozialen Betreuung betroffener Familien gleichrangige Bedeutung zu, um diesen bei der Bewältigung der vielfältigen Belastungssituationen zu helfen. Folgerichtig wird daher heute die Integration eines psychosozialen Teams in die Behandlung krebskranker Kinder und Jugendlicher gefordert. Auf der Magdeburger Kinderkrebsstation sind seit 1992 eine Psychologin, eine Sozialarbeiterin und eine Erzieherin tätig. Auch eine stärkere Einbeziehung der Eltern hat sich inzwischen herausgebildet. Besonders die Aufrechterhaltung der wichtigsten sozialen Kontakte und der Beistand durch die Eltern und Geschwister helfen den kranken Kindern, die medizinische Behandlung und auch die nachfolgende Zeit besser zu ertragen. Außerdem sollen die Eltern jegliche Unterstützung erfahren, damit sie diese schwere Belastungszeit für alle Familienmitglieder so gestalten können, dass keines von ihnen vernachlässigt wird. Vor allem die partnerschaftliche Kommunikation zwischen den Eltern und die emotionale Zuwendung für die Geschwisterkinder laufen Gefahr, unter dem psychischen Stress zu leiden.

Was soll das Elternhaus leisten?

Das Elternhaus bietet nicht nur die bloße Möglichkeit zur Übernachtung eines Elternteils, sondern den Familien für die Zeit der Behandlung ihres Kindes ein vorübergehendes Zuhause, einen Ort, an dem sie die Möglichkeit für Geselligkeit und Kommunikation, aber auch für Rückzug und Ruhe haben.

Das Elternhaus soll Familien zusammenführen und bietet deshalb mehreren Familienmitgliedern gleichzeitig eine Übernachtungsmöglichkeit. Dabei denken wir neben der stabilisierenden Wirkung, der Geborgenheit im Familienverband für das kranke Kind, vor allem auch an die stärkere Einbeziehung der Geschwisterkinder, die sich sonst oft ohne ausreichendes Verständnis für ihre eigenen Probleme zurückgestellt fühlen und leicht ein Gefühl des Ausgeschlossenseins entwickeln.

Für das kranke Kind ist das Elternhaus ein Platz der Geborgenheit, den es auch während der stationären Therapiezeiten stundenweise aufsuchen kann, wenn es die Behandlung erlaubt, um sich in angenehmer Atmosphäre mit der Familie zu treffen, zu spielen oder Dinge zu tun, die in der Klinik nicht möglich sind, sich zurück ziehen zu können und quasi "Urlaub" von den Belastungen auf der Station zu machen. Weiterhin wird das Elternhaus in enger Zusammenarbeit mit den medizinischen und psychosozialen Mitarbeitern der Station für gezielte Hilfsangeboten wie z. B. Gesprächskreise, kreative Beschäftigungen oder Entspannungsübungen usw. genutzt.

Das Elternhaus bietet also alle räumlichen Voraussetzungen für die ganzheitliche Betreuung von krebskranken Kindern und ihren Familien.

Kontakt

Magdeburger Förderkreis

krebskranker Kinder e.V.

Leipziger Str. 44
D-39120 Magdeburg

Rufen Sie einfach an unter

Tel.: 0391 6629822

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